Matthias Schwarzer.

Matthias Schwarzer. Journalist, Filmer, Fotografierer.

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Malta, Alter: Prüfungen.

Schluss mit dem Lotterleben - ich bin im Prüfungsstress! Prüfungen in Malta sind aufwendiger als Zuhause und verlaufen genau so chaotisch wie alles andere an der Uni. Und da ich Weltmeister im prokrastinieren bin, schreibe ich euch statt zu lernen lieber was darüber in den Blog.

Wer Journalismus und PR in Gelsenkirchen studiert, muss zwar auch lernen und Arbeit in Hausarbeiten und Projekte stecken - allerdings ist das mit ein bisschen Anstrengung alles locker machbar. Wir reden untereinander auch oft vom “Chillmode” - im Vergleich zu anderen Fachbereichen oder Unis haben wir JPRler es echt gut und einen humanen, wunderbar strukturierten Prüfungsplan.

Die Uni Malta vermittelt zwar das ganze Semester diesen “Chillmode”-Eindruck (alles an der Uni verläuft super chaotisch und immer nach dem Motto “läuft schon irgendwie”). Der Aufwand für Prüfungen und Hausarbeiten ist aber höher und es herrschen strengere Bedingungen. Während wir Zuhause hauptsächlich am Ende des Semesters arbeiten müssen, überrascht uns die Uni Malta ständig mit neuen Hausarbeiten zwischendurch. Und die sind dann auch nicht einfach und schnell gemacht - da hat man tatsächlich sowas wie Arbeit mit.

Abgesehen davon schreibt man hier am Ende eines Kurses keine Klausur ODER Hausarbeit - nein, hier schreibt man eine Klausur UND eine Hausarbeit. So zum Beispiel in meinem Lieblingsfach “Gender in Communications”. Das Lehrmaterial besteht aus einem Monsterpaket von Zetteln, Auszügen aus hunderten von Büchern und sonstigem Kram, den ich mir natürlich noch nicht angeguckt habe. Nix mit übersichtlichen Vorlesungsskripten auf dem Uni-Server wie Zuhause. Das gilt übrigens für sämtliche Kurse an der Uni. Vom digitalen Fortschritt und Regenwald-Abholzung hat man auf dieser Insel scheinbar noch nichts gehört.

Noch ein Vergleich: Für einen Fotokurs in Gelsenkirchen muss man Fotos zu verschiedenen Themen schießen und maximal eine DIN-A4-Seite schreiben. In Malta muss man Fotos zu verschiedenen Themen schießen, diese selbst in der Dunkelkammer entwickeln, ein Fotogramm basteln, Fotos drucken, zu jedem Bild 80 Wörter und sämtliche Kameraeinstellungen schreiben, und anschließend alles mit Titel auf ein Stücke Pappe kleben. Allein diese Bastelarbeit hat nix mit Fotografieren zu tun, fließt aber trotzdem in die Bewertung ein und frisst kostbare Zeit. Abgesehen davon müssen wir für sämtliche Materialkosten selbst aufkommen. Eine Packung Fotopapier: 30 Euro.

Im Fach “Scripting Video” bekomme ich wöchentlich eine zehn- bis 30-seitige Monster E-Mail mit Vorlesungsinhalten. Der Dozent gibt sich auch gar nicht erst die Mühe da ein übersichtliches PDF draus zu machen. Der kloppt sein Geschwafel einfach ohne Punkt und Komma in die E-Mail. Aber immerhin benutzt er das Internet. Im Radiokurs “Basic Audio” muss ich ein Radioprogramm mit Interviews abliefern. An der ganzen Uni kann man aber keine Aufnahmegeräte leihen. Und so halte ich Menschen meine Kamera unter die Nase und erkläre, dass ich nur den Ton aufnehme. Peinlich. Gut ausgestattet ist immerhin das Fernsehstudio. Im Video-Kurs (Ziel ist, bei einer eigenen Fernsehsendung Regie zu führen), lernen wir den Umgang mit Hightech-Medien, wie dem Videorekorder.

Genug genörgelt. Ich widme mich jetzt wieder dem “Gender in communications”-Moster-Paket Facebook und gucke mir Posts von Leuten an, denen es noch schlechter geht als mir. Das baut auf.

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